Rasenmähen ist für dich eine lästige Arbeit, die noch dazu jede Woche von Neuem erledigt werden muss? Dann haben wir sehr gute Nachrichten für dich: Beim Mähen ist weniger nämlich tatsächlich mehr! Ökologische Mähkultur trägt dazu bei, aus deinem Rasen ein echtes Biotop für Tiere und Pflanzen zu machen. Häufiges Mähen verhindert, dass Pflanzen blühen und Samen ausbilden können. Dadurch geht auch wertvolle Nahrung für Insekten und der Lebensraum zahlreicher Tierarten verloren. Naturnahe Wiesen hingegen speichern mehr Feuchtigkeit, schützen den Boden vor Austrocknung und schaffen wertvolle Rückzugsorte für Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und Vögel. Was du beachten solltest, um Lebensraum in deinem Garten zu schaffen, haben wir für dich zusammengefasst:
Lass dir Zeit!
Der Zeitpunkt der ersten Mahd sollte idealerweise erst zwischen Ende Mai und Mitte Juni erfolgen. Das gibt den Frühlingsblumen Gelegenheit, auszublühen und Samen zu bilden. Damit ist nicht nur ihre Vermehrung sichergestellt, auch Insekten können sich ausgiebig an der Blütenpracht weiden. Wann genau es so weit ist, ist natürlich vom regionalen Klima und auch vom Wetter abhängig.
Weniger ist mehr
Nicht nur das erste Mal Mähen solltest du ein bisschen hinauszögern – es ist auch gut, wenn nicht zu oft gemäht wird. Längere Abstände erlauben es der Natur, sich zwischendurch wieder zu regenerieren. Zierrasen müssen nicht jede Woche geschnitten werden und bei Naturwiesen reichen ohnehin wenige Mähdurchgänge pro Jahr.
Reif für die Blüh-Insel
Besonders wirkungsvoll ist es, einzelne Inseln oder Streifen bewusst stehen und länger wachsen zu lassen. Dort entstehen im Laufe des Frühlings und Sommers richtige Blüh-Inseln. Diese Bereiche sehen nicht nur natürlich und lebendig aus, sondern bieten Nahrung und Schutz für viele Tiere. Besonders Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer profitieren davon. Auch Randzonen entlang von Zäunen, Hecken oder Mauern können teilweise oder sogar ganz ungemäht bleiben. So schaffst du wichtige Rückzugsräume und natürliche Übergänge im Garten.
Bitte etwas länger lassen
Stelle die Schnittlänge deines Rasenmähers auf eine höhere Stufe ein. Mähst du dein Gras im Bereich von 7-10cm, schützt du den Boden besser vor Sonne und Austrocknung. Gleichzeitig bleiben mehr Pflanzenarten erhalten und die Fläche wirkt natürlicher und lebendiger als wenn sie kurz geschoren wird und bräunlich vertrocknet.
Nur nicht hudeln
Hudeln? So nennen wir es in Ost-Österreich, wenn sich jemand besonders beeilt. Das ist beim Mähen nicht nötig. Langsames Mähen gibt Tieren nämlich Zeit, Reißaus zu nehmen und sich vor den scharfen Messern in Sicherheit zu bringen. Es ist auch sinnvoll, die Mähfläche kurz zu kontrollieren, bevor du anfängst. Mähen solltest du ohnehin nur tagsüber, denn in der Dämmerung werden Tiere wie Igel aktiv und sind dann in Gefahr.
Auf das Werkezug kommt es an
Nicht jedes Mähgerät arbeitet schonend für Pflanzen und Tiere. Ideal ist die Sense – wenn sie richtig gehandhabt wird. Auch Balkenmäher schneiden Pflanzen sauber ab, der Schnitt wird nicht weiter zerkleinert – dadurch haben Kleintiere bessere Überlebenschancen.
Für Tiere gefährlicher sind Sichelmäher – besonders dann, wenn sie auf kurze Schnittlänge eingestellt sind und mit hoher Geschwindigkeit betrieben werden. Wird das Schnittgut aufgenommen, bleibt der Boden mager – davon profitiert immerhin die Artenvielfalt.
Mulchmäher, die das Schnittgut zerkleinern und auswerfen, reichern den Boden hingegen mit Nährstoffen an. Je nach Bodenzustand kann das gut oder zuviel sein. Auch die Schnittlänge und der Mäh-Rhythmus sollten beim Mulchmäher mit Bedacht gewählt werden.
Für eine ökologische Mähkultur grundsätzlich weniger geeignet sind Motorsensen mit hoher Drehzahl sowie Mähroboter. Werden letztere in der Dämmerung oder gar Nachts eingesetzt, können sie nachtaktive Tiere wie Igel schwer verletzen.